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| Die Begeisterung für PDAs wächst und wächst |
Unter Selbständigen, Managern, Kaufleuten und immer mehr auch Privatmenschen scheinen sie nicht mehr wegzudenken zu sein, die elektronischen Helferlein namens PDA oder Smart Phone. Der Anteil derer, die mit Filofax und Zettelsammlung die Lagerhaltung von Terminen, Adressen, Telefonnummern und Vorlieben von Frau, Freundin, Mann oder Freund betreiben, scheint jedenfalls auf Dauer vom Aussterben bedroht.
Wieviel sind die elektronischen Speicher schlauer geworden, seit in einem Taschenrechner von Scheckkartengröße ein paar Namen und Telefonnummern eingetippt werden konnten. Prinzipiell kann man sein gesamtes Leben in diesen Rechnerlein ablaufen lassen, denn vom Mailen übers Telefonieren bis hin zum Musik hören über MP3 oder demnächst auch Radio bzw. Videosequenzen können die neuesten PDAs weit mehr als nur Daten verwalten und vielleicht durch mehr oder weniger ausgefuchste Spiele unterhalten.
PalmOS: Palm V
Wie im "richtigen" Computerleben ist auch unter den Nutzern der PDAs der Glaubenskrieg der Betriebssysteme voll entbrannt. PalmOS vs. Symbians EPOC32, Microsofts – wie könnte es auch anders sein – Windows CE 3.0 alias PocketPC vs. herstellerspezifische Software einiger Outsider und neuerdings sogar Linux kämpfen um Marktanteile im Sektor der hosentaschengroßen Elektronengedächtnisse für unterwegs. Um die Verwirrung komplett zu machen, spielen diese Betriebssysteme nicht nur auf den bekannten Geräten von Palm, Psion, Casio und Co ihre muntere Rivalität auf der Basis von Features und Geschwindigkeit aus. Auch in Mobiltelefone haben sie schon und werden sie noch mehr Einzug halten, wenn Displays und Speicherfähigkeit der manchmal nervenden Quietscher in ihren Fähigkeiten so weiter wachsen wie bisher. |
PocketPC: Casio E125
Was können die kleinen, inzwischen nett designten und mit edlen Materialien versehenen Tausendsassas heutzutage? Den Vogel schießen diesbezüglich derzeit die Geräte ab, die mit Microsofts tragbarem Windows-Derivat PocketPC betrieben werden. Neben den selbstverständlichen Möglichkeiten, Adressen, Termine und Mails im Abgleich mit Outlook (dem "echten", nicht Express) zu verwalten, im Internet zu surfen und Office-Dateien darzustellen, können Texte per Handschrift eingegeben werden, Notizen diktiert und Musik- wie Videodateien wiedergegeben werden. |
PocketPC: HP Journada
Der mit großem Vorsprung führende Marktführer PalmOS ist mit der Zeit von den Fähigkeiten her ein wenig ins Hintertreffen geraten, spätestens seit sich Microsoft mit der im Vergleich zu den Vorgängern wesentlich gelungeneren Version 3.0 seines mobilen Betriebssystems Windows CE aus den Redmonder Entwicklungslabors gewagt hat. Zwar bekommt man für PalmOS immer noch die meisten Anwendungen, die weite Bereiche von PocketPC abdecken. Andererseits lassen die Geschwindigkeit, Grafik und serienmäßigen Features, die unter Microsofts neuem Produkt zu finden sind, die neuesten auf der letzten Palm-Konferenz vorgestellten Versionen des beliebten Betreibssystems fast schon als zu spät eingeführt erscheinen. Die warten dann mit Bluetooth- und vielen anderen Protokollen auf, die Windows CE derzeit noch nicht kann. |
PalmOS: Handspring Visor
Aber PalmOS wird leben, zu viele Hersteller haben das Betriebssystem, das den meisten bekannt ist und mit dem viele Personen in entscheidenden Positionen arbeiten, lizensiert. Unter den Lizenznehmern sind so "kleine" und "unbedeutende" Hersteller von Consumer Electronics wie Samsung und Sony. Ersterer arbeitet an einem Handy mit Palm OS, dann unter dem Begriff "Smart Phone" laufend, und der japanische Gigant hat unlängst seinen Organizer Clié PEG-S300 der wartenden PDA-Welt vorgestellt. |
EPOC32: Nokia 9210
Auch EPOC32, einst nur von Psion verwendetes Handheld-Betriebssystem, zieht seine Kreise. Gerade Hersteller von Mobiltelefonen fahren auf das inzwischen auch Farbdisplays unterstützende System ab – Lizenzen an Nokia, das mit dem 9210 ein Smartphone mit Farbdisplay, Videoplayer und WAP-Browser vorstellte, Ericsson und Co. sprechen eine deutliche Sprache. Dass die Lage auf dem Betriebssystem-Sektor bei weitem nicht eindeutig ist, wird aus der Tatsache ersichtlich, dass Sony auch Symbian lizensiert, Palm und Symbian kooperieren und Linux, das frei erhältliche Betriebssystem noch in den Startlöchern lauert – die Szene des "embedded Linux", wie sich die in ein EPROM gebrannt Version des Anarcho-Betriebssystems nennt, bricht gerade erst auf. |
Linux: Agenda Computing VR3+
Die Linux-Gemeinde wird allerdings aufschreien, weil die ersten mit Linux betriebenen PDAs auch nur den Kontakt zu Windows-basierten PCs beherrschen. Aber man kann sicher sein, dass sich auch hier Mittel und Wege finden werden, die diesen Faux-pas beheben. Immerhin zeigt sich so die vielseitige und auch einfache Verwendbarkeit eines Systems, das landläufig als nur für Spezialisten und Hardcore-Programmierer brauchbar verschrien ist. Die Freaks des noch frei zugänglichen Betriebssystems jedenfalls freuen sich schon lange darauf, dass sie endlich auch unterwegs mit einem Produkt, dessen Wiege in Linus Torvalds "Unix für alle" stand.
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EPOC32: Psion Revo
Nur eine Sache ist gewiss: proprietäre Betriebssysteme werden ihre kleine Marktbedeutung, die sie vielleicht noch haben, in den kommenden Jahren komplett verlieren. Kein Mensch wird mehr Software dafür schreiben und die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit solcher Systeme läd nicht gerade dazu ein, solche noch von Sharp und Casio angebotenen Geräte zu kaufen, auch wenn ihre Preise relativ gesehen recht konkurrenzfähig sind. |
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